Jugendhockey

 

Bayerns-Premiere und Hamburg-Hattrick

Nachlese zum U16-Länderpokal in Hamburg mit Einschätzungen der Bundestrainer

 

21.06.2022 - Mit dem Premierensieg von Bayerns Mädchen im Hessenschild und dem Hattrick der Hamburger Jungen beim Franz-Schmitz-Pokal endete am Wochenende der U16-Länderpokal 2022. Die DHB-Beobachter Dominic Giskes und Akim Bouchouchi haben ihre Eindrücke von den Turnieren in Hamburg mitgeteilt.

 

Beim Klipper THC wurde der Wettbewerb der männlichen U16 ausgetragen. In den vier Vorrundengruppen setzten sich nicht unerwartet die Teams aus Hamburg (gegen Bremen und Rheinland-Pfalz/Saar), Bayern (gegen Niedersachsen und Brandenburg), Baden-Württemberg (gegen Hessen und Mitteldeutschland) und West (gegen Berlin) durch, wobei in der Zweiergruppe mit dem WHV und Berlin nach je einem knappen Sieg ein Shoot-out zur Platzierung notwendig war, das die West-Truppe mit 2:1 für sich entscheiden konnte.
Im Viertelfinale zwischen den Gruppensiegern und einem Zweitplatzierten einer anderen Gruppe setzten sich in drei Fällen die besser platzierten Teams durch, lediglich der Vorjahresfinalist Bayern musste sich mit 0:2 gegen Bremen geschlagen geben, verlor anschließend auch noch das Platzierungsspiel gegen Berlin und belegte am Ende gemeinsam mit Niedersachsen Platz sieben. „Ich denke, Bayern hat sich mit dieser Platzierung etwas unter Wert verkauft“, sah U16-Bundestrainer Dominic Giskes die Auswahl aus Süddeutschland leistungstechnisch weiter vorne, aber am Ende zählen eben auch in solch einem Wettbewerb die Resultate.
Für den DHB-Beobachter „das qualitativ beste Spiel des Wochenendes“ fand im Halbfinale zwischen Hamburg und West statt. Dieses „geile, starke Spiel“ (Giskes) mit der größtmöglichen Nationalspieler-Dichte auf dem Platz sah Hamburg als knappen 2:1-Sieger. Die Hanseaten trafen damit im Endspiel auf Baden-Württemberg, das Bremen (Giskes: „Die einzige Mannschaft mit einer stets sehr defensiven Spielweise“) im anderen Halbfinale klar mit 3:0 ausschaltete. Trotzdem galten die Süddeutschen im Endspiel „ein bisschen als Underdog“, so der Bundestrainer, sie schafften es gegen den Titelverteidiger dann aber nach 1:1-Gleichstand verdientermaßen ins Shoot-out. Dort fiel dann erst in der dritten Runde die Entscheidung mit 5:4 zugunsten von Hamburg, das nach 2019 und 2021 (im Jahr 2020 fiel der Wettbewerb wegen Corona komplett aus) seinen Hattrick komplett machte. „Insgesamt war der Pokalgewinn für Hamburg schon verdient. Sie stellten auch die älteste Mannschaft, und da merkt man eben, dass Alter und damit Erfahrung schon eine wichtige Rolle spielen“, resümierte der Bundestrainer, der Hessen und Berlin mit vielen 2007er- und sogar 08-Spielern in ihren Reihen als „sehr coole Truppen“ bezeichnete, die sich diesmal noch nicht ganz durchsetzen konnten, aber eine große Perspektive hätten.
Spielerisch sei die 69. Auflage des Franz-Schmitz-Pokals „nicht auf allerhöchstem Niveau“ verlaufen, stellte Dominic Giskes fest, ohne daraus einen Vorwurf an die Teams machen zu wollen. „Bei der Hitze am Samstag war es auch nicht einfach.“ Trotz allem „sind ein paar neue Namen, vor allem aus den jüngeren Jahrgängen, auf den Zettel gekommen“, sah der U16-Bundestrainer den Sichtungszweck des Länderpokals bestätigt.

 Bayern-Mädchen mit Willen und Mentalität einen kleinen Schirtt voraus

Auch Akim Bouchouchi als Hauptbeobachter des 67. Hessenschild-Wettbewerbs der Mädchen, die an den beiden Tagen auf der Anlage des THK Rissen spielten, sah einen „durchwachsenen ersten Tag“. Bei eigentlich allen Teams habe es „gedauert, bis jeder richtig im Wettkampf war“, so der Chefbundestrainer für den weiblichen Nachwuchs. Eine weitere Feststellung war für ihn auch, dass die Leistungsbreite in den Kadern der Länderteams „nicht ganz so gegeben“ war. Dadurch sei das Leistungsgefälle „größer als in den letzten Jahren“ gewesen. Sehr erfreulich war wiederum die Tatsache, dass die meisten Mannschaften das durch einen guten Teamspirit kompensieren konnten.

Am komplettesten aufgestellt waren für Bouchouchi die drei Mannschaften, die am Ende auch die ersten Plätze unter sich ausmachten: Bayern, Hamburg und Baden-Württemberg. „Die haben auf Augenhöhe gespielt, wie ja auch die knappen Ergebnisse untereinander zeigten.“ Etwas dahinter wären Berlin (mit sehr junger Mannschaft) und West gefolgt. Entsprechend gut anzuschauen gewesen seien die Duelle der genannten Teams. „Die Halbfinalspiele am Sonntagfrüh und auch schon die Viertelfinals am Samstagabend waren auf hohem Niveau, mit gutem Tempo und viel Willen“, lobte der Bundestrainer.
Dass sich am Ende Bayern knapp, aber sicher nicht unverdient durchsetzte und damit nach insgesamt sieben zweiten Plätzen endlich das erste Mal auch den Hessenschild mitnehmen konnte, kam für den Beobachter nicht überraschend. „Bayern hat sich im Endspiel gegen Hamburg vom frühen Gegentor nicht beeindrucken lassen, war von seiner Dynamik und vor allem dem Willen und der Mentalität den anderen einen kleinen Schritt voraus.“ Vor allem die auffallend starke Amelie Zielcke habe ihr Team regelrecht zum Sieg getragen.
Generell sei der Modus mit drei K.o.-Spielen absolut geeignet, die Wettkampfstabilität der Mannschaften, aber auch der einzelnen Spielerinnen zu prüfen. „Es ist ja für die meisten das erste Mal, dass sie im Wettkampf auch beobachtet werden. Die spüren da schon den Druck, auch aus dem Umfeld“, sagt Akim Bouchouchi.
Was dem Bundestrainer nicht so gut gefallen hat, war „das große Gefälle“ bei den eingesetzten Schiedsrichtern. Einige seinen offenbar „nicht gut vorbereitet“ gewesen und hätten dann Mühe gehabt, den Anforderungen gerecht zu werden, auch wenn die Schiribeobachter des Jugend-SRA nichts unversucht ließen. „Das hat dann schon ziemlich Unruhe reingebracht“, stellte der Bouchouchi fest. Aus diesem Grund ruft der die Landesverbände dazu auf, „ihre Schiedsrichter für den Länderpokal genauso vorzubereiten, wie sie das ja auch bei den Mannschaften machen“.

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30. September 2022
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