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Trauer um Heinz-Wilhelm "Bong" Bungart

Der beliebte Duisburger Schiedsrichter starb am Sonntag im Alter von 90 Jahren

 

Nach einem erfüllten Leben hat am vergangenen Sonntag (19.1.2020) das Herz von Heinz-Wilhelm Bungart zu schlagen aufgehört.

„Bong“, wie ihn die Hockeyfamilie liebevoll nannte, hatte erst am 7. Januar sein 90. Lebensjahr vollendet. Einen Großteil seines Lebens widmete er dem Hockeysport und hier vor allem dem Schiedsrichterwesen . Er war zunächst selbst Schiedsrichter, von 1967 bis 1983 auch in der Bundesliga, mit einem Deutschen Endspiel in Frankenthal als Höhepunkt. Daneben übernahm er aber schon früh die Verantwortung für die nachfolgenden Generationen. Von 1975 an prägte er über zwei Jahrzehnte die Geschicke des Schiedsrichterausschusses des WHV. Nachdem er sich zunächst vor allem um die Ansetzungen der Schiedsrichter gekümmert hatte, galt sein Interesse bald dem Schiedsrichterbeobachtungswesen, in dem es ihm gelang, neue Maßstäbe zu setzen.

1996 rückte Bong dann in den Schiedsrichter- und Regelausschuss des DHB (SRA DHB) auf. Auch in den zwölf Jahren seiner Amtszeit, die er unter drei verschiedenen Schiedsrichterwarten absolvierte, war Bong für das Beobachtungswesen zuständig, das er quasi von Null aufbaute. Aufgrund seines Netzwerkes und seines Ansehens gelang es ihm, nicht nur zahlreiche Beobachter zu gewinnen und so ein beinahe flächendeckendes Feedbacksystem für die Schiedsrichter zu erzielen. Er erkannte auch, wie wichtig regelmäßige Treffen und Schulungen mit „seinen“ Beobachtern sind, um eine möglichst einheitliche Grundlage für die Bewertung von Unparteiischen und das anschließende Gespräch zu haben. Der frühere selbstständige Bäckermeister war auch deshalb so erfolgreich, weil er schon früh auf die damals gerade erst aufkommende Computertechnik setzte.

Zusammen mit einem befreundeten Computerexperten investierte er unzählige Stunden in die Weiterentwicklung seiner Beobachtungssoftware, mit der er die Tausenden von Datensätzen beliebig filtern konnte. Auf diese Weise konnte der SRA seine Schiedsrichteransetzungen nicht nur auf einer gesicherten Datenbasis erheben, sondern der Ausschuss war etwa auch in der Lage, Fehlentwicklungen gezielt in den Blick zu nehmen. Natürlich war Bong selbst als Beobachter aktiv – mehrere Spiele an einem Wochenende mit einer klaren Einordnung der Schiedsrichterleistungen waren für ihn eine Selbstverständlichkeit. Sein Rat hatte in Schiedsrichterkreisen einen ganz besonderen Wert. Die Akribie, mit der Bong das Beobachtungswesen beackerte, war einfach vorbildlich.

Aber auch außerhalb des Schiedsrichterwesens hat Bong sich um den Hockeysport verdient gemacht. In den 1990er und 2000er-Jahren hat er mehrfach an der Seite seines leider viel zu früh verstorbenen Freundes Karl Weeke – mit dem er auch die meisten seiner Spiele als Schiedsrichter leitete – Deutsche Hallenmeisterschaften in der Duisburger Rhein-Ruhr-Halle ausgerichtet. Der DHB war ein gern gesehener Gast in Duisburg, die Veranstaltungen waren stets ausverkauft und mit hoher Präzision geplant.

Für seine Verdienste um den Hockeysport ist Bong mehrfach ausgezeichnet worden. Ihm wurden nicht nur Ehrennadeln des WHV und DHB verliehen, sondern er hat 2007 auch den DHB-Jugendpreis für seine vorbildlichen Leistungen in der Nachwuchsschiedsrichteraus- und weiterbildung erhalten.

Neben dem Hockey war Bong auch dem Fußball verbunden. Sein besonderes Augenmerk galt dem MSV Duisburg, dessen Ehrenrat er jahrelang angehörte. Die Hockeyabteilung des MSV war seine Heimat – hier hatte er viele Freunde, das Clubhaus, in dem man sich auch zum Doppelkopf gerne traf, war bis zuletzt eine beliebte Anlaufstelle.

Die Hockeygemeinde wird Bong, der zwei Kinder, zwei Enkel und drei Urenkel hinterlässt, stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet an diesem Freitag, 24. Januar, um 12 Uhr von der Kapelle des ev. Friedhofes, Pfarrstraße in 47137 Duisburg-Meiderich, aus statt.

 
6. Juni 2020
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