Hockey Nachrichten

Jugendförderung kostet Geld, lohnt sich aber

Beiträge und Gebühren steigen im Bayerischen Hockeyverband – Verbandstag wählte in Schwabach neue Verbandsleitung

 

Die neue Verbandsleitung des Bayerischen Hockey-Verbandes:
(hinten, von links) Marijan Mrkonjic, Hermann Ellenbeck, Andreas Limmer, Robert Menschick, Christian Fritsche, Geschäftsstellenleiterin Christa Slaby, Hans-Peter Pleitner, Roland Mathias, Bernhard Welker, Dominik Dimper; (vorne, von links) Manuela Wenk, Harry Schenavsky, Michael Bork und Stephan Raum.
Foto: Barbara Schamberger

 

SCHWABACH - Mit fast unveränderter Führung geht der Bayerische Hockey-Verbandes (BHV) in die neue zweijährige Amtsperiode. Harry Schenavsky, seit zwölf Jahren im Amt, gab beim Verbandstag in Schwabach allerdings zu verstehen, dass er den BHV-Präsident nicht auf ewig machen wolle. BHV-Sportwart Roland Mathias kündigte für in zwei Jahren seine Rückzug an. Mit Andreas Limmer konnte nach mehreren Jahren Vakanz wieder ein BHV-Schulhockeyreferent gewählt werden.


Der Verbandstag hatte eine Reihe hochrangiger Gäste: Schwabachs Oberbürgermeister Matthias Thürauf, Helmut Gruhn, Vorsitzender des Stadtverbandes der Schwabacher Turn- und Sportvereine, und Gerd Braun, Vorsitzende des TV 48 Schwabach, zeigten sich stolz auf die 320 Mitglieder starke TV-48-Hockeyabteilung. Auch der Präsident des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV), Jörg Ammon, schaute beim Hockey-Verbandstag vorbei. Er bekam wohl nicht nur den Dank für die finanzielle Förderung durch den BLSV zu hören, sondern auch Klagen über die zunehmend schwierigeren Nutzungsmöglichkeiten der Sportschule Oberhaching und über den seit Jahren fehlenden Hockey-Kunstrasen in der Sportschule.

 

Hochrangige Gäste beim BHV-Verbandstag: (von links) Schwabachs Oberbürgermeister Matthias Thürauf, BHV-Präsident Harry Schenavsky, DHB-Präsident Wolfgang Hillmann und BLSV-Präsident Jörg Ammon.
Foto: Robert Menschick


Gäste des BHV-Verbandstages waren auch der Präsident des Deutschen Hockey-Bundes (DHB), Wolfgang Hillmann, und sein Sportdirektor Heino Knuf. Beide erläuterten den bayerischen Vereinen, warum der DHB gar nicht anders konnte, als seine Nationalmannschaften bei der neuen Pro League des Hockey-Weltverbandes (FIH) zu melden. Der regelmäßige Vergleich mit Teams der Weltspitze sei dringend erforderlich.


Hillmann plädierte für die geplante Ausgliederung der Bundesligen in einen eigenen Ligaverband: Eine Professionalisierung dieses Bereiches würde die Bundesligen attraktiver machen. Sie seien so besser zu vermarkten und stünden künftigen Erfordernissen flexibler gegenüber, so die DHB-Vertreter. Hillmann forderte die Vereine auf, sich bis zum DHB-Bundestag am 25. Mai, bei dem die Satzung entsprechend geändert werden soll, zu informieren und mit zu diskutieren. Die betroffenen bayerischen Vereine äußerten beim BHV-Verbandstag teilweise die Sorge, die künftig für den Bundesliga-Spielbetrieb erforderlichen Mittel, nicht aufbringen zu können. Sie hoffen noch vor dem DHB-Bundestag auf „belastbare Informationen“.


DHB-Sportdirektor Heino Knuf erläuterte aktuelle Entwicklungen im Leistungs-Hockey und bei den Bundesstützpunkten – auch vor dem Hintergrund einer Reform des gesamten Leistungssports in Deutschland. Ziel sei eine Steigerung der Trainingsqualität, auch durch mehr hauptamtliches Personal. Regionale Zielvereinbarungen zwischen DHB, Landesverband und Vereinen sollen helfen. Knuf bekannte sich zur aktuellen dezentralen Struktur der Bundesstützpunkte. Während die Stützpunkte in Köln, Mannheim, Hamburg, Berlin und Mülheim bis 2024 laufen, ist München aktuell nur bis 2020 befristet. DHB und BHV arbeiten an einer baldmöglichen Verlängerung dieses Stützpunktes. Heino Knuf versuchte, den Vereinen die Sorge zu nehmen, Talente müssten frühzeitig zu den leistungsstarken Vereinen wechseln, um voranzukommen: „Talente sollten so lange wie möglich in ihrer vertrauen Umgebung bleiben.“


Aus den letzten beiden Jahren hatte BHV-Präsident Harry Schenavsky beim BHV-Verbandstag eine Reihe von Erfolge zu vermelden:

  • 2017: Gewinn der Euro Hockey Club Trophy durch die Damen des Münchner SC auf der heimischen Anlage;
  • 2017: „Goldenes Feld“ des DHB für die SpVgg Greuther Fürth für vorbildliche Jugendarbeit und ehrenamtlichen Einsatz;
  • 2017: Deutsche Feld-Meisterschaft der weiblichen Jugend B durch den ESV München sowie deutsche Feld-Vizemeisterschaften der A-Knaben und weiblichen Jugend A durch den Münchner SC;
  • 2018: Deutsche Hallen-Vizemeisterschaft der Männlichen Jugend A durch den Münchner SC und deutsche Feld-Vizemeisterschaft der weiblichen Jugend B durch die HG Nürnberg;
  • 2018: Männlicher BHV-D3-Landeskader gewinnt nach 41 Jahren wieder den deutschen Länderpokal "Franz-Schmitz-Pokal";
  • 2019: Deutsche Hallen-Meisterschaft der männlichen Jugend B durch den Münchner SC sowie die deutsche Hallen-Vizemeisterschaft der A-Knaben durch den Münchner SC, dritter Platz der deutschen Hallen-Meisterschaft der weiblichen Jugend B durch den ESV München.


Schenavsky freute sich, dass Hockey-Bayern mit Nürnberg und jetzt auch München gleich zwei Eliteschulen des Sports hat. Der BHV-Präsident berichtete, dass neben Hermann Ellenbeck im BHV nach Sven Lindemann und Thomas Laudahn aktuell Niklas Raum (Nürnberg) als BHV-Landestrainer beschäftigt ist. Schenavsky dankte dem scheidenden Schiedsrichterobmann Peter Rein für acht Jahre Einsatz für das Schiedsrichterwesen in Bayern.


BHV-Schatzmeister Michael Bork berichtete von Jahresfehlbeträgen in der BHV-Kasse im Berichtsjahr 2017 in Höhe von 9.300 Euro sowie in 2018 in Höhe von 14.400 Euro. Die Steigerung der Kosten rühre ausschließlich von den Maßnahmen der BHV-Kadermannschaften sowie der Bedienung der beiden Eliteschulen. Da diese Ausgaben weiter zu erwarten sind, hatte die BHV-Verbandsleitung – zum ersten Mal seit zehn Jahren – wieder eine Erhöhung der Verbandsbeiträge und Gebühren beschlossen, berichtete Bork beim BHV-Verbandstag. Ab dem 1. Januar 2020 gelten: Passausstellungen Erwachsene 4 Euro (bisher 3 Euro), Jugend 2 Euro (bisher 1,50); Grundbeitrag pro Mitglied 5 Euro (bisher 4,50), Bestandspässe Erwachsene 25 Euro (bisher 22,50 Euro), Bestandspässe Jugend 14 Euro (bisher 12,50 Euro). Das entspreche einer Kostenerhöhung für die Vereine von etwa zwölf Prozent, erläuterte Bork.


Gewählt wurden in die Verbandsleitung des Bayerischen Hockey-Verbandes:

  • Harry Schenavsky (TSV Schwaben Augsburg),
  • Vizepräsident Stephan Raum (HG Nürnberg),
  • Schatzmeister Michael Bork (TSV Grünwald),
  • Sportwart Roland Mathias (HTC Würzburg),
  • Damenwartin Manuela Wenk (CaM Nürnberg),
  • Schiedsrichterobmann Dominik Dimper (neu, SpVgg Greuther Fürth),
  • Referent für Öffentlichkeitsarbeit Robert Menschick (HTC Würzburg),
  • Referent für das Lehrwesen Hermann Ellenbeck (TSV Schwaben Augsburg) und
  • Schulhockeyreferent Andreas Limmer (neu, HTC Würzburg).

Nicht besetzt werden konnte das Amt des Breitensportreferenten. Die Verbandsleitung will sich weiter um eine Besetzung dieses Aufgabenbereichs bemühen. Der Verbandsleitung gehören ebenfalls an:

  • Jugendwart Marijan Mrkonjic (Nürnberger HTC) sowie die Bezirksvorsitzenden
  • Bernhard Welker (Südbayern, HLC Rot-Weiß München) und
  • Christian Fritsche (Nordbayern, TB Erlangen).

Ins Verbandsschiedsgericht wurden gewählt:

  • Vorsitzender Hans-Peter Pleitner (TSV Schwaben Augsburg),
  • Christian Fischer (TuS Obermenzing),
  • Joachim von der Osten (TB Erlangen),
  • Holger Tinnesz (Augsburg),
  • Karsten Schieseck (Bayreuther TS) und
  • Christan Aldebert (Spvgg Greuther Fürth).

Kassenprüfer sind

  • Siegfried Bartenschlager (TuS Obermenzing) und
  • Dieter Göttlinger (HC Wacker München), Ersatz:
  • Peter Weywadel (TuS Obermenzing).

Andere Aufgaben übernehmen

  • Datenschutzbeauftragter Jürgen Trautvetter (Nürnberger HTC),
  • Anti-Doping-Beauftragter Tassilo Heid,
  • Webmaster Gregory Wesley.


Geehrt wurden mit der BHV-Ehrennadel in Silber:
Jörg Bonengel (HC Schweinfurt), Michael Egelkraut (TSG Pasing), Christian Fritsche (TB Erlangen), Gabriele Lemmle (SpVgg Höhenkirchen), Marijan Mrkonjic (Nürnberger HTC), Barbara Schamberger (Nürnberger HTC), Philipp Schneider (Bayreuther TS), Thomas Steiner (ESV München);
mit der BHV-Ehrennadel in Gold: Felizitas Bork (TSV Grünwald), Michael Bork (TSV Grünwald), Peter Rein (HG Nürnberg);
mit der BLSV-Ehrennadel in Silber mit Gold: Manuela Wenk (CaM Nürnberg), Siegfried Bartenschlager (TuS Obermenzing).


Angekündigt wurden für 22. Juni bis 1. Juli Länderspiele der weiblichen Jugend A in Höhenkirchen. Der Bayerische Hockey-Verband plant, mit einer Ü50 (männlich)-Auswahl beim Silberschild-Ländervergleich am 7./8. September in Berlin teilzunehmen.


Der nächste Verbandstag/Verbandsjugendtag des Bayerischen Hockey-Verbandes soll im März 2021 in Südbayern stattfinden. Interessierte Vereine können sich um die Ausrichtung bewerben.


Bericht: Robert Menschick

 

 
16. Juni 2019
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