Hockey Nachrichten

 

Dieter Schuermann (24.01.1947 - 26.02.2019)

Eine Institution

 

27.02.2019 - Als Dieter Schuermann 2003 nach 14 Jahren aus dem Amt des DHB-Vizepräsidenten ausschied, wurde er schon als eine „Institution“ des deutschen Hockeys gewürdigt. „Mister Breitensport“ machte sich vor allem um die Vereinshilfe im ganzen Land verdient, insbesondere in den neuen Bundesländern. Er verstand sich außerdem selber als Gründervater der Elternhockey-Bewegung und brachte den DHB ins Internet.

Im Berliner Hockey-Verband übernahm er bereits 1977 das Amt des Jugendwarts und wurde 1979 in den DHB Jugendausschuss gewählt, wo er 20 Jahre sehr engagiert wirkte. Sowohl in Berlin als auch im DHB Jugendausschuss trug er maßgeblich zu der Entwicklung des Kinder- und – gegen alle Widerstände – Kleinfeldhockeys bei, ebenso zur Förderung des Mädchenhockeys. Die Jugendhockeyzeitung prägte er entscheidend.

Er drängte sich nicht danach, aber war dann doch bereit, für drei Jahre Verantwortung als Präsident des Berliner Hockey-Verbands zu übernehmen, als jener sich Anfang der 90iger Jahre in einer schwierigen Lage befand. Gleichzeitig übte er, bis 2007, den Vorsitz in dem von ihm initiierten Ostdeutschen Hockey-Verband aus – und wurde dabei nicht als Besserwessi wahrgenommen.

In seinem Heimatverein, dem Berliner SC, war er Vizepräsident und leitete bis 1996 die Hockeyabteilung. Das „Wuselfest“ (C/D) und in der Halle den „Köppen-Gedächtnis-Cup“ rief er als Vorbild für andere Vereine ins Leben. Parallel zu all diesen Tätigkeiten fertigte er nicht nur auf dem Küchentisch die regelmäßigen BSC Hockey-Informationen, sondern auch von 2000 bis 2003 eine Vereinshilfe im Internet.

Im Jahr 2001 übernahm er das Amt des Teammanagers der Herren-Nationalmannschaft. Er brauchte diese Abwechslung, wie er den Wechsel vom Breitensport zum Leistungssport selbst begründete. „Keinen meiner Titel zwischen 2000 und 2006 hätte ich ohne Dieter Schuermann geholt! Ich bin mir sehr sicher“ würdigt der damalige Bundestrainer Bernhard Peters seinen Mannschaftsmanager. Dieser kümmerte sich um das Wohl und Wehe der Athleten in einem Umfang, den die Geschäftsstelle des DHB nicht hätte leisten können. Als „Mutter der Kompanie“ schätzte die damalige Generalsekretärin des DHB Uschi Schmitz sein Wirken, die parallel auch den „Aufbau Ost“ in den neuen Bundesländern gemeinsam mit ihm bestritt. Mit Peters zusammen initiierte Schuermann das Trainersymposium als Werkzeug der Vereinshilfe, das es heute noch gibt. Mitglied im Ausschuss Breitensport und Vereinshilfe des DHB war seinerzeit u.a. neben dem Bundestrainer auch die Teammanagerin der Damennationalmannschaft.

Dieter Schuermann verstand es, Menschen emotional zu packen und für eine Sache zu begeistern – seien es Nationalspieler oder Mitglieder in den Vereinen oder Verbänden. Nicht: „Man müsste mal ...“, sondern: „Machen!“ war sein Motto. Er war streitbar, polarisierend, aber auch konziliant und verfolgte seine Ziele konsequent. Er schuf auf vielen Feldern Strukturen und organisierte alles top. Seine Vision blieb es: Das Hockeyspiel um die Ecke und 200.000 Mitglieder im Hockeyverband. Ein Schlaganfall riss ihn 2011 aus seinem bewegten Leben. Am 26. Februar 2019 schlief Dieter Schuermann für immer ein.

Dieter, wir werden dich nicht vergessen.

Foto: Bruno Lawnicak

 
20. März 2019
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